Perfect Imperfect Interview mit Vreni Jäckle | Locally Inspired
Locally Inspired | Plattform für faire & nachhaltige Shoppinginspiration

Let's boost the locals
& brands that care!

Vreni Jäckle schreibt Großartiges auf ihrem Blog Jäckle & Hösle, hat die wunderbaren Fashion Changers mit gegründet, redet in ihrem Podcast Gern Geschehen Tacheles, liebt Vintage und tritt mit Haut und Haar für faire Mode ein. Wir haben mit ihr gesprochen. Was Vreni uns im Interview verraten hat, lest ihr hier.

Gab es einen bestimmten Moment, in dem du entschieden hast etwas ändern zu wollen? Wenn ja, welcher war das?

Ich bin immer total verkopft und hinterfrage gefühlt fast alles, was ich tue oder in meinem Leben passiert, so 3-10 Mal, haha! Trotzdem habe ich bis vor ein paar Jahren noch total unreflektiert konsumiert, ich glaube, weil ich das genau so wie viele andere auch, einfach so „gelernt“ habe. Der entscheidende Punkt war für mich damals, auszuziehen und damit konfrontiert zu sein, alle Konsumentscheidungen wirklich selbst in der Hand zu haben. Da kam alles ins Rollen und ich hab einen Lebensbereich nach dem anderen auf den Kopf gestellt (und mache das übrigens immer noch die ganze Zeit, das ist alles ein Prozess).

Was genau bedeutet für dich fair und nachhaltig?

Fairness in der Mode heißt für mich, dass weder Mensch noch Tier bei der Produktion ausgebeutet werden. Sprich: Faire Löhne, die zum Leben reichen, sichere Arbeitsbedingungen, transparente Wertschöpfungsketten, wenig oder gar keine Tiermaterialien und wenn dann nur zertifiziert.
Wenn Mode nachhaltig sein will, sollte sie zum einen Ressourcen schonen und zum anderen sehr lange halten. Und für die Konsumentenseite heißt das auch für mich, nicht immer nur sinnlos irgendwas zu kaufen, sondern wirklich zu überlegen und nur Dinge zu haben, die man auch lange nutzen will.

Wie fängt man am besten an? Deine 3 besten Tips für Leute die gerne mehr nachhaltig und fair konsumieren/kaufen wollen?

Also erstmal muss man ja gar nichts machen. 🙂 Weil man meistens schon genug hat! Und dann kann man einfach das nächste Mal, wenn man das Gefühl hat, dass man ein neues Kleidungsstück braucht oder will, kurz innehalten und darüber nachdenken, ob es das vielleicht auch von einer fairen Marke oder Secondhand gibt. Wir hängen doch eh alle dauernd im Internet ab, warum dann nicht mal „Faire Jeans“ oder so eingeben. Es gibt inzwischen so viel, gerade bei klassischen Teilen und Basics! Manchmal reicht es auch mit einer Freundin zu tauschen, gerade wenn man etwas für einen Anlass sucht. Man muss sich eigentlich wirklich nicht unbedingt etwas kaufen, um es dann ein- oder zweimal anzuziehen. Einfach mal Kleider hin und her tauschen. Oder eben in der Vintageabteilung suchen. Ich trage zu fancy Parties ja fast immer irgendein Vintageteil und füge mich (finde ich :D) ganz gut in die anderen Designeroutfits ein. Oder es ist sogar ein Vintage-Designerteil – habe gerade wieder einen Escada Blazer für 30 Euro gefunden.

Was war ein „Fair/Sustainable Fail“ von dir und wie bist du damit umgegangen?

Ich hab mir bei H&M eine Strumpfhose gekauft und mir eingeredet, dass das okay ist, weil da „Made in Italy“ draufsteht. Schön selbst verarscht. Made in Europe ist eben nicht zwangsläufig ein Merkmal für besser produzierte Kleidung. Und: Ökologisch war die Strumpfhose sicher nicht. Ich bin damit ziemlich offen. Ich bin nicht perfekt, arbeite aber jeden Tag daran, eine gute Version von mir selbst zu sein.

Gibt es ein Statement, Motto oder Zitat nach dem du lebst oder das dich inspiriert?

Ich finde Iris Apfel sehr großartig. Sie hat mal gesagt „Wear something that says ‚Here I am today!‘“
Das ist nicht mein Lebensmotto, aber ich finde, sie hat total recht.
Wonach ich lebe ist eher, dass ich versuche meine beste Freundin zu sein. Das ist überhaupt nicht immer einfach und ich kriege das nicht immer hin, aber das ist auf jeden Fall etwas, das mich begleitet.

Was sind deine absoluten nachhaltigen Alltagslieblinge auf die du nicht verzichten möchtest?

Ach, ich will mich eigentlich immer gar nicht so sehr an Dinge binden und hab daher gar nichts, „ohne das ich nicht leben kann“ oder so. Manchmal pack ich mir auch nur eine Zahnbürste, einen Pulli, Unterwäsche und ein Öl ein für ein Wochenende. Manchmal hab ich viel zu viel dabei, haha. Geht beides.
Im Beautybereich mag ich gerade die Serien von i+m sehr. Das mische ich mit Arganöl – megagut!
Und dann sieht man mich gerade sehr oft mit meiner kleinen roten Aigner Vintagetasche, die ich von Collection No2 habe.

Danke Vreni!

Author

Ich kann nicht anders: Ich bin ein Liebhaber der schönen Dinge! Und das reicht von einem guten Kaffee, über das herzliche Lachen eines Menschen, tollem Essen, gelungenen Events bis hin zu großartigen Shoppingprodukten. Dabei ist mir in den letzten Jahren immer wichtiger geworden genau hinzusehen woher die Dinge kommen, die ich kaufe. Ich wollte, dass nicht nur ich durch den Konsum profitiere. Ich wollte, dass alle etwas davon haben: Der Hersteller, der Verkäufer, die Umwelt und ich. Angefangen hat das bei mir mit dem Einkauf von Lebensmitteln. 2015 habe ich Whole Story gegründet. Hier berate ich u.a. als Ernährungstrainerin Menschen, die an ihrer Ernährung arbeiten möchten. Klar ist, dass es meist nicht nur damit getan ist besser zu essen. Trotzdem ist es ein guter und wichtiger erster Schritt. Oft kann das aber kompliziert werden und einen im Alltag überfordern. Ich möchte daher dein Guide durch den Dschungel sein. Sich und anderen Gutes tun soll leicht sein! Whole Story ist meine real food & real life propaganda für dich! Locally Inspired komplettiert mein Universum.