Interview mit share | Locally Inspired
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Sebastian, einer der Gründer und Geschäftsführer von share, erzählt im Interview wie es zur glorreichen Idee share zu gründen kam, erklärt warum Konsum nichts Schlechtes sein muss und verrät wie share das Teilen im Alltag in allen Bereichen möglich machen will.

Erzählt uns in zwei Sätzen wer Ihr seid und was Ihr macht?

Wir sind share, die soziale Marke aus Berlin. Unsere Vision: Wir wollen Konsum sozial machen – durch unser 1+1-Prinzip. Denn mit jedem verkauften Produkt spenden wir ein gleichwertiges Produkt an einen Menschen in Not. Mit einem Track-Code auf jeder Verpackung kann man außerdem jederzeit verfolgen, wo genau die Hilfe ankommt.

Welcher Moment hat euch dazu gebraucht, diese Marke zu gründen?  Welche Leidenschaft hat euch damals gepackt?

Vor share habe ich die Spendenapp ShareTheMeal, mit der man Hunger gemeinsam mit dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen bekämpfen kann, gegründet. ShareTheMeal wurde über eine Million Mal heruntergeladen und hat bis dato mehr als 35 Millionen Tagesrationen zur Verfügung gestellt. Mit meinem damaligen Kollegen Ben überlegte ich, wieso so etwas noch nicht mit Konsumgütern möglich ist. “Konsum” – dieser Begriff ist in unserer Gesellschaft so negativ besetzt. Dabei ist es eigentlich nicht verwerflich, sich selbst etwas Gutes tun zu wollen – solange darunter niemand anderes leiden muss. Aus diesem Gedanken heraus wuchs vor zwei Jahren die Idee, eine Marke zu gründen, bei der es genau andersherum läuft – die gut ist für andere Menschen. Zu viert haben wir diese Idee Realität werden lassen. Wir gründeten share in Berlin und das 1+1 Prinzip: Beim Kauf von einem Produkt spenden wir seither immer ein gleichwertiges Produkt an einen Menschen in Not und “verteilen damit quasi um”. Das ist unser Versuch, die Welt ein kleines bisschen besser zu machen.

Welche Menschen stecken hinter eurer Marke? Wer hat die Marke gegründet? Welche Menschen arbeitet jeden Tag mit viel Leidenschaft an euer Vision? Was macht euer Team aus?

Ich bin mit meinen drei Mitgründern Iris, Ben und Tobias schon seit einiger Zeit befreundet. Dabei haben wir ganz unterschiedliche Biografien. Ben stand schon im Jugendalter als Schauspieler auf der Bühne. Tobi ist ehemaliger Leistungssportler und ruderte für das U23-Nationalteam. Iris arbeitete mehrere Jahre als Entwicklungshelferin und Forscherin für die Harvard University. Und ich habe meine berufliche Laufbahn tatsächlich als Unternehmensberater begonnen und dann unter anderem für die Vereinten Nationen gearbeitet, bevor es mit ShareTheMeal losging. Seither arbeiten rund 30 inspirierte und motivierte Kollegen in unserem Berliner Büro und in den Regionen im Außendienst an share mit. Tatsächlich haben die alle sehr viel Leidenschaft für das Projet und unsere gemeinsame Mission treibt uns an, Tag für Tag die Extrameile zu gehen.

Was macht euch stolz?

Alle in unserem Team stehen hinter der Idee von share und sind von dem 1+1-Prinzip überzeugt. Es ist immer wieder schön zu sehen, wie eine kleine Tat im Alltag Großes bewirken kann.
Erst im Januar sind wir gemeinsam mit Kostja Ullmann und Lisa-Marie Koroll nach Indien gereist, um unser Projekt mit der Welthungerhilfe zu besuchen. Die EU und die Welthungerhilfe haben in Jharkhand das sogenannte Good Governance Projekt ins Leben gerufen, um die Gesundheitssituation der Menschen vor Ort langfristig zu verbessern. Zu dem langjährig angelegten Projektplan gehören unter anderem Maßnahmen im Bereich Bildung, Ernährung und Hygiene. Wir unterstützen dieses Projekt durch die Finanzierung von Seifen, die an Schulen verteilt werden.
Durch unsere Reise wollten wir sehen, wie und wo genau die Hilfe ankommt und was wir nach einem halben Jahr bewirkt haben. Wir waren sehr berührt von dem, was wir vor Ort erleben durften. Denn jeder Einzelne, der unsere Produkte kauft, hat dieses großartige Projekt erst möglich gemacht. Wenn du so etwas erlebst und mit den Menschen vor Ort sprichst, ihre Geschichte erfährst, erfüllt dich deine Arbeit so sehr, dass materielle Aspekte wie der Verdienst nebensächlich werden.

Was steckt drin in eurem Produkt?

Wir sind 2018 mit drei verschiedenen Produkten gestartet, die die Grundbedürfnisse des Menschen abdecken: Trinkwasser, Nussriegel und Handseife = Trinken, Essen und Hygiene. Knapp ein Jahr später arbeiten wir nun daran, unsere Produktpalette zu verdoppeln. Neu am Markt sind mittlerweile unter anderem schon Bio-Schokolade, Stückseife und Duschgels. Die Bio-Schokolade zum Beispiel gibt es in zwei Sorten: Vollmilch und Edelbitter Traube Nuss (vegan). Beide Sorten sind ohne Palmöl hergestellt, aus fairem Handel und mit dem Bio-Logo der Europäischen Union sowie dem Bio-Siegel zertifiziert. Hergestellt wird die Schokolade in einem Schweizer Familienunternehmen mit langer Tradition. Das Besondere: Der Kauf einer Tafel Schokolade spendet eine Mahlzeit an einen Menschen in Not, zum Beispiel über die Tafeln Deutschland e.V.

Was ist euch wichtig bei der Herstellung?

Wir arbeiten mit vielen Familienbetrieben zusammen und achten auf unsere Umwelt. Unser Mineralwasser zum Beispiel stammt aus einem lokal geführten Familienbetrieb im Naturpark Nagelfluhkette in den deutschen Alpen. Das Wasser kommt aus 140 Metern Tiefe mit natürlichem Druck an die Oberfläche und wird dort abgefüllt. Die den Geschmack bestimmende Mineralisierung erhält das Allgäuer Alpenwasser durch einen natürlichen Filterungsprozess: dem Jahrzehnte langen Weg des Wassers an die Oberfläche. Zudem haben wir vergangenes Jahr – als erster Hersteller in Deutschland – eine Wasserflasche aus 100% Recyclat entwickelt. Dabei handelt es sich um wiederverwertetes Plastik, also Material, das nicht neu produziert werden musste. In unserem Fall werden die Flaschen zur Gänze aus alten PET-Flaschen und anderen Plastikabfällen hergestellt, die ins Recycling gegeben wurden – ohne, dass neue Rohstoffe eingesetzt werden mussten. Der Stoffkreislauf ist somit geschlossen und kein neues Plastik muss produziert werden. Zudem achten wir genau auf die Inhaltsstoffe. Bei unseren neuen Seifenstücken haben wir zum Beispiel auch eine Seife mit Aktivkohle dabei. Damit wirst du ohne Chemie richtig sauber, denn wir verzichten komplett auf unnötige oder schädliche Inhaltsstoffe wie Palmöl. Stattdessen überzeugt unsere Seife mit wertvollem Kokos- und Olivenöl und ätherischen Ölen.

Was möchtet Ihr verändern mit eurer Marke?

Mit share wollen wir eine soziale Alternative im Super- und Drogeriemarkt etablieren – und das am Besten für jedes Produkt, was momentan erhältlich ist. So werden wir Konsum tatsächlich verändern und grundlegend sozialer machen können. Durch unsere Produktverkäufe im ersten Jahr konnten wir tatsächlich bereits 51 Brunnen bauen, über 2 Millionen Mahlzeiten und mehr als 500.000 Seifen an Menschen in Not verteilen. Diese Hilfe ist wirklich signifikant! Und durch die Verdopplung unseres Portfolios können wir das dieses Jahr noch extrem steigern… das funktioniert nur durch die großartige Unterstützung unserer Partner im Handel, REWE und dm – ein super support!

Was für ein Gefühl wollt Ihr bei euren Käufern auslösen, wenn sie euer Produkte stolz in den Händen halten?

Ich glaube man kann sich richtig gut fühlen, wenn man gerade etwas von share gekauft hat. Man hat dann nicht nur sich selbst etwas Gutes getan, sondern auch für jemand anderen – ein kleines und doch bedeutsames Zeichen für sozialen Zusammenhalt. Somit wird der Einkauf zu einem Zeichen unseres Miteinanders – und das ist doch famos und fühlt sich einfach fantastisch an!

Ihr tut Gutes? Dann erzählt uns unbedingt davon!
Unterstützt ihr soziale Projekte? Macht Ihr gemeinsame Sache mit anderen lokalen Marken, um euch gegenseitig zu unterstützen? Habt Ihr besondere Projekte gemacht, auf die Ihr stolz seid? Achtet Ihr bei eurer Produktion auf Bio, Handgemacht, made in Germany o.ä.? Sind eure Mitarbeiter euer höchstes Gut und ihr achtet besonders auf eine faire Bezahlung oder einen guten Teamspirit?
Alles was euch als Marke besonders macht, erzählt uns davon!

Bei unseren sozialen Projekten arbeiten wir derzeit mit der Welthungerhilfe, dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen, UNICEF, der Aktion gegen den Hunger und der Deutsche Tafel e.V. zusammen. Uns ist es wichtig, dass wir sowohl in Deutschland aber auch international helfen können – denn Not gibt es an vielen Orten. Die Auswahl der sozialen Partner erfolgt nach sehr strengen Kriterien. Die Organisationen werden sorgfältig geprüft und müssen über nachweislich lange Erfahrung in ihren jeweiligen Fachbereichen verfügen. Iris und Sebastian haben ja beide einen Hintergrund in der Entwicklungshilfe und inzwischen haben wir auch eine Social Sustainability Managerin im Team, die sich nur um die Auswahl unserer Hilfsprojekte kümmert. Wir planen,die Zahl der teilnehmenden Hilfsorganisationen in Zukunft  noch auszuweiten, um noch flächendeckender Hilfe leisten zu können.

Wie geht es weiter bzw. was sind eure nächsten tollen Pläne?

Mit share bauen wir gerade eine große soziale Marke auf, die hochwertige Produkte für Verbraucher herstellt und dabei gleichzeitig jenen hilft, die nicht so viel Glück in ihrem Leben hatten. Auf lange Sicht wollen wir für jedes Produkt im Supermarkt- und Drogerie-Regal eine soziale Alternative entwickeln. Dadurch würden wir die Idee von sozialem Konsum in der Gesellschaft etablieren: Aus unserer Sicht hat das Label ‘sozial’ absolut die Chance, das neue ‘bio’ zu werden.
Kurzfristig werden wir erstmal die Auswahl an Pflegeprodukten, Snacks und Getränken aufstocken, um unsere Hygiene- und Brunnenprojekte noch weitreichender zu unterstützen und noch mehr Mahlzeiten zu verteilen. Aber wir denken noch weiter: Neben den drei Grundbedürfnissen – Trinken, Essen und Hygiene – wollen wir aber noch in diesem Jahr ganz neue Projekte angestoßen. Was uns ganz konkret interessiert, ist Kleidung. Wenn ich also zum Beispiel einen Pullover kaufe, finanziere ich nach dem 1+1 Prinzip einen Pullover für einen Menschen, der Kälte leidet… es bleibt also ein spannendes Jahr 2019!

Foto: Fotograf Gene Glover

Author

Ich kann nicht anders: Ich bin ein Liebhaber der schönen Dinge! Und das reicht von einem guten Kaffee, über das herzliche Lachen eines Menschen, tollem Essen, gelungenen Events bis hin zu großartigen Shoppingprodukten. Dabei ist mir in den letzten Jahren immer wichtiger geworden genau hinzusehen woher die Dinge kommen, die ich kaufe. Ich wollte, dass nicht nur ich durch den Konsum profitiere. Ich wollte, dass alle etwas davon haben: Der Hersteller, der Verkäufer, die Umwelt und ich. Angefangen hat das bei mir mit dem Einkauf von Lebensmitteln. 2015 habe ich Whole Story gegründet. Hier berate ich u.a. als Ernährungstrainerin Menschen, die an ihrer Ernährung arbeiten möchten. Klar ist, dass es meist nicht nur damit getan ist besser zu essen. Trotzdem ist es ein guter und wichtiger erster Schritt. Oft kann das aber kompliziert werden und einen im Alltag überfordern. Ich möchte daher dein Guide durch den Dschungel sein. Sich und anderen Gutes tun soll leicht sein! Whole Story ist meine real food & real life propaganda für dich! Locally Inspired komplettiert mein Universum.